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Blutwasser


Text: © Dr. Michael Zanger
Quelle: http://www.glaubhafternaturschutz.de

Genüsslich taucht er seinen Löffel in die Suppe. Schon seit Tagen hat er sich auf dieses Dinner gefreut. Nun ist es soweit. Vor ihm steht ein köstliches Abendessen und ihm gegenüber sitzt im Schein einer Kerze seine große Liebe.

Friedlich zieht er im kristallklaren Wasser des Ozeans seine Bahnen. Über ihm schimmern Sonnenstrahlen im ruhig dahin strömenden Meerwasser. Er spürt, wie das warme Wasser seine Haut umspült und ihm ein wonniges Gefühl schenkt.
Doch plötzlich, im Bruchteil einer Sekunde, ist alles anders. Mit der Wucht eines Blitzes fährt ein bestialischer Schmerz in seinen Körper. Seine Haut, seine Muskeln und Knochen werden mit brachialer Wucht durchtrennt und infernalische Schmerzen ergießen sich in all seine Nerven. Seine gleichmäßig durch das Wasser dahingleitende Bewegung wird jäh unterbrochen und sein durchstoßener Körper krümmt sich panisch.

Verliebt schaut er in die Augen seiner Frau. Das Aroma der frisch servierten Suppe inspiriert seine Sinne. Selten war sie so schön wie heute, denkt er. Ein perfekter Moment, kreiert durch Licht und Musik.

Alle normalen Empfindungen sind mit einem Schlag vernichtet, werden von gnadenlosen Qualen überlagert. Ein grenzenloser Schmerz und eine heraufziehende Todesahnung lähmen alle seine Lebensfunktionen und vor seinen blickentleerten Augen färbt sich das Meerwasser rot.

Es ist ein Genuss, hier mit ihr hier zu sitzen und das Leben zu genießen, denkt er. Er blickt in ihre Augen, die ihn aus leicht gesenkter Kopfhaltung anstrahlen und er weiß, Liebe ist die schönste aller Empfindungen.

Kaum scheint es, dass sich der Schmerz nicht mehr steigern könne, wird die Qual potentziert. Mit einem kräftigen Rucken wird er an die Meeresoberfläche gerissen. Ein letzter Ruck und sein blutgetränkter Körper landet hart. Plötzlich eine neue Panik: Atemnot. Mit blutverschmierten Kiemen ringt er nach Luft. Vergebens. Er ist kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren, da reißt ihn ein durchtrennender Hieb zurück in das bewusste Erleben. Noch einmal, erneut und ein weiteres Mal, dieses durchschneidende Gefühl, das seinem mit dem Tod ringenden Körper verkrüppelt. Das eigene Blut spritz ihm in die Augen und taucht die Welt in das Rot der Hölle.

Hier hat jemand mit Liebe gekocht, denkt er. Alles ist fein aufeinander abgestimmt. Nichts ist dem Zufall überlassen. All die Kräuter und Gewürze umrahmen den Hauch frischer Haifischflossen. Das könnte ich jeden Tag genießen, sagt er zu sich selbst, während er zärtlich ihre Hand berührt.

Längst ist er aller Empfindungen beraubt. Er sehnt sich nur noch das Ende der Qualen herbei. Der Tod wird zu seinem wohlwollenden Freund. Mit einem abfallbeseitigenden Ruck wird er in das Meer zurückgeworfen. Das Wasser befreit die Kiemen von Blutschleim und für einen kurzen Moment spürt er Atem. Sein Körper will reflexartig anfangen zu schwimmen. Doch soeben hat die Krone der Schöpfung ihn dieser Fähigkeit beraubt. Lebendig, doch gleichsam als lebloser Stein, versinkt er in der Tiefe. Ein letztes Zucken im bodenlosen Meeresgrau, ein letzter Blick durch blutgetränktes Meerwasser, dann ist er erlöst.

Haifischflossensuppe wird er weiterempfehlen, das weiß er nach diesem Abend, sie schmeckt göttlich.


Kommentar von Klaus Jost:
Eine Haiflosse besteht zu 90 Prozent aus Knorpel und ist weitgehend geschmacksneutral. Erst nach sehr langem Aufkochen in einer Brühe nimmt sie deren Geschmack an. Haiflossensuppe ist ein reines Statussymbol, kein notwendiges Lebensmittel. Traditionen die zum Genuss von Haiflossensuppe verleiten, müssen unbedingt abgeschafft werden.
Haiflossenjagd bedroht massiv das ökologische Gleichgewicht. Die Bestände vieler großer Haiarten haben seit 1970 um 97 Prozent abgenommen, die des Bullenhais sogar um 99 Prozent (im nordwestlichen Atlantik).
Nur ein weltweites Gesetz gegen Shark-Finning, wie zum Beispiel in Hawaii vorhanden, könnte noch helfen. Dieses Gesetz verbietet nicht nur das "Finning" sondern bereits den Besitz der Haiflossen - ohne Ausnahme in jeder Form. Auch getrocknet oder als fertige Suppe in der Dose.





© Klaus Jost - wildlife- & natur- & unterwasser
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Jede Art der Vervielfältigung, die Manipulierung oder die Speicherung von Bildern ist ohne die schriftliche Erlaubnis von Klaus Jost ausdrücklich untersagt.


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